Prof. Dr. Peter Bexte, 22. Februar 2010
Die Frage nach dem “Prä” der Positionen

Abb. aus Michel Serres: La Légende des Anges, Paris 1993.
Wolken und Wörter im Zwischenraum. Es ist das Reich der Operatoren und Vektoren, der logischen Schalter und sprachlichen Ausdrücke wie “in”, “auf”, “unter”, “über”, “vor”, “zwischen” usw. Der Zwischenraum ist der Raum des “zwischen”, kurz: der Präpositionen. Dort zeigt sich ein eigenartiger Hang zur Begriffslosigkeit, denn Begriffe sind Substantive. Wie aber sähe eine Theorie aus, die sich weniger um Begriffe = Substantive kümmern würde, als vielmehr um jene anderen Wörter? Die nicht nach Positionen fragt, sondern nur nach dem, was jede Position voraussetzt? Fragen wir also nach dem “Prä” der Positionen, will sagen: nach den Präpositionen!



“Was stellen André Breton und der Surrealismus für einen Philosophen von 1966 dar, der sich Fragen über die Sprache, über das Wissen stellt? … Für Breton ist die Wissen gewordene Schrift (und das Schrift gewordene Wissen) [...] ein MIttel, den Menschen über seine Grenzen hinauszustoßen, [...] ihn ganz nah an das heranzubringen, was ihm das Fernste ist. Daher das Interesse, das er dem Unbewußten, dem Wahnsinn, dem Traum entgegenbrachte. [...] Ich habe den Eindruck, daß diese schöne Abschaffung der Trennung zwischen Wissen und Schrift für die zeitgenössische Ausdrucksweise sehr bedeutend gewesen ist. [...] Die Ethik der Schrift erwächst nicht mehr dem, was man zu sagen hat, den Gedanken, die man ausdrückt, sondern dem Akt des Schreibens selbst. [...] Und Breton, ein Schwimmer zwischen zwei Wörtern, durchquert [dabei] einen imaginären Raum, der nie zuvor entdeckt worden war.”
Claude Bonnefoy, Das war ein Schwimmer zwischen zwei Wörtern, in: Der Pfahl, Band II, Matthes & Seitz, München 1988, S. 215-8.
Gerald Wildgruber via Facebook:
Begriffe sind keine “Substantive”, sondern der “bacchantische Taumel, an dem kein Glied nicht trunken ist”. Bitte wieder gelegentlich “Vorrede” der Phänomenologie lesen!
[...] eine Theorie aussehen kann, die „nicht nach Positionen fragt, sondern nach dem, was jede Position voraussetzt“, versucht seit einigen Jahren der österreichische Rechtstheoretiker und -informatiker Friedrich [...]
[...] wurde dasselbe Loch spätestens mit den ersten Disketten (Abb. 2 u. 3) zu einer notwendigen Prä-Position [...]