Einmal Vergessen vergessen?

Erinnern und Vergessen als Sonderfälle des Schreibens schreiben auch sich selbst: Erinnern des Erinnerns, Vergessen des Erinnerns, Vergessen des Vergessens und Erinnern des Vergessens gehen auch über eine zweidimensionale Welt hinaus.

Vor fünfzehn Jahren wollte Bernard Stiegler noch an das Vergessen von (Epimetheus’) Vergessen erinnern. (Wer die noch nicht verdeutschte Fassung von Technik und Zeit las, wird eher Gebauer zustimmen, als Hanimann: „Lob verdient die in Wortpräzision und Sinnzusammenhang vorbildliche Arbeit der Übersetzer.“ Eben.)

Viktor Mayer-Schönberger will heute nur noch an das einfache Vergessen erinnern:

Today, with the help of widespread technology, forgetting has become the exception, and remembering the default.

(Delete: 
The Virtue of Forgetting in the Digital Age, Princeton 2009, S. 2. Schwingt da etwa de-fault mit?)

Ob man mit der Technik der Erinnerung auch die Erinnerungstechnik Stieglers vergessen haben wird?

Die Frage nach den Fragen nach der Frage nach …

Moderne/Wissenschaft/Postmoderne/Technik. In einem “Artikel” zeichnet Paul Forman dieses Viereck – wer es nicht kennt – als Frage nach den Fragen oder auch Ideologie. [Paul Forman: The Primacy of Science in Modernity, of Technology in Postmodernity, and of Ideology in the History of Technology. In: History and Technology, Vol. 23, No. 1/2, March/June 2007, S. 1-152. Der ganze lesenswerte "Artikel" hier.] Als sich Lorraine Daston vor der Frage nach ihrer eigenen Methode bei der Präsentation auch ihrer “Objektivität” gedrückt hat, lag es an der Transparenz der Technik oder der Ideologie?

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